Anna.K Tarot Kommentar zu diesem Tarot
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Verlag und Copyright ©:  Anna Klaffinger, Salzburg
Abbildungen mit Genehmigung der Künstlerin
Gleich beim ersten Durchsehen der Karten war ich begeistert. Die Farbgebung ist stimmungsvoll. Die Kartenbilder sind ausdrucksstark und lebendig und füllen die gesamte Karte aus. Lediglich ein sehr schmaler Rand ist auszumachen, der jedoch farblich an das jeweilige Bild angepasst ist und daher weniger als Rand, denn als Umrahmung wirkt. Zwar orientiert sich das Deck an der Rider-Waite-Tradition, doch es gibt auch viele Unterschiede in Bezug auf die symbolische Darstellung, welche jedoch eher zum Vorteil, als zum Nachteil gereichen. Beispielsweise zeigt die Karte der Liebenden ein altes Paar, dessen ganze Haltung eine tiefe gegenseitige Zuneigung ausdrückt, der die Jahre nicht das geringste anhaben konnten. Sie sitzen dort wie ein verliebtes junges Paar, doch man meint gleichzeitig die Lebenserfahrung vieler gemeinsam verbrachter Jahre zu spüren. Kann man Liebe schöner ausdrücken? Auch der Aspekt der Entscheidung, welcher ebenfalls traditionell durch diese Karte ausgedrückt wird, kommt nicht zu kurz. Wenn eine Beziehung so lange hält und dabei nichts von ihrer Intensität einbüßt, so haben die beiden Liebenden sich mit Sicherheit richtig entschieden.

Doch die Liebenden sind nicht die einzige Karte, auf der traditionelle Symbolik darstellerisch einen neuen Ausdruck erfährt. Nehmen wir als ein weiteres Beispiel die Acht der Schwerter. Hier finden wir einen Spiegel, der sich an einem Strand unter einem blauen Himmel mit Schäfchenwolken befindet. Die Atmosphäre ist die eines schönen Sommertages an einem einsamen Strand. Vor dem Spiegel steht eine junge Frau in völlig freier Haltung, die sich selbst in dem Spiegel zu betrachten scheint. Doch was sie dort erblickt ist ein Spiegelbild ihrer Seele, welches sich erheblich von der Atmosphäre des schönen Sommertages unterscheidet. Das Wetter im Spiegelbild ist düster und bedrückend und das Bild er jungen Frau selbst erscheint in der traditionellen Darstellung, wie wir sie seit Rider-Waite oft auf dieser Karte finden: eine gefesselte Frau, deren Augen verbunden sind und die unfähig scheint, sich selbst zu befreien. Die Verbindung zwischen der Frau vor dem Spiegel und der Frau im Spiegel wird durch das Kleid, bzw. die Fesseln symbolisch dargestellt: die Binden, mit denen die Frau im Spiegel gebunden ist, gleiten aus dem Spiegel hinaus und werden dort zum Übergewand des Kleides der Frau vor dem Spiegel und vice versa, je nach Betrachtungsweise.

Beispiele dieser Art lassen sich noch viele im Anna.K Tarot finden. Manchmal finden sich auch, wenn man genauer hinsieht, Verbindungen der Karten untereinander. So taucht der Engel der XIII. Großen Arkana (der Tod) auch auf der XX. Großen Arkana (das Gericht) auf. Hier erscheint er jedoch in einem anderen Licht. Die Künstlerin selbst bemerkt zudem, dass sie bei der Interpretation der Tarotkarten manchmal von der traditionellen Bedeutung abweicht. Das mag sein, jedoch hat sie die Karten so dargestellt, dass man nicht gezwungen ist, ihr zu folgen und - ohne durch die Bilder irritiert zu werden - ruhig bei der traditionellen Deutung bleiben kann, wenn man dies möchte. Dadurch ist dieses Deck auch, trotz der abweichenden symbolischen Darstellungen, anfängertauglich. Alle Karten tragen zudem die traditionellen Kartenbezeichnungen, allerdings - obwohl es sich um ein Tarot aus Österreich handelt - in englischer Sprache, wodurch das Deck von vornherein internationalen Charakter hat, ohne das dazu eine zusätzliche Auflage gedruckt werden muß.

Das Anna.K Tarot ist im Eigenverlag erschienen und daher z.Zt. nur bei der Künstlerin selbst erhältlich (Link s. oben). Es wird mit einem Begleitheft in deutscher Sprache geliefert, welches von Anna Klaffinger selbst verfasst wurde. Die Karten haben eine Größe von 7 cm x 10 cm. Sie sind beschichtet, jedoch ohne den üblichen kunststoffartigen Überzug, was ihnen den Touch der alten Karten aus einer Zeit, als es noch keine moderne Beschichtung gab, verleiht. Alles in allem kann man dieses Deck als ein gelungenes Tarot bezeichnen, sowohl als Anfängerdeck, als auch als Arbeitsdeck für Fortgeschrittene und Profis und natürlich als Sammlerstück für die Liebhaber der darstellerischen Tarotkunst.   


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