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Exkurs: Die Geschichte der Dekane - Teil 3

Tierkreiszeichen

Dekan

Ägyptische Liste

Hephaestion

Firmicus

Widder 1 Chont-heri Chontare Senator
  2 Chont-cheri Chontachre Senacher
  3 Saui-ket Siket Sentacher
Stier 4 Chau Choou Suo
  5 Arat Ero Aryo
  6 Remen-heri Rombromare Romanae
Zwillinge 7 Tos-ark Thosola Thesogar
  8 Uaret Ouare Ver
  9 Pehui-heri Phouori Tepis
Krebs 10 Sopdet Sothis Sothis
  11 Seta Sit Sith
  12 Knumut Chnoumis Thiumis
Löwe 13 Char-knumut Charchnoumis Craumonis
  14 Ha-dschat Ete Sic
  15 Pehui-dschat Phoupe Futile
Jungfrau 16 Tamat Tom Thumis
  17 Uschti-beka-ti Ouosteukoti Tophicus
  18 Aposot Aphoso Afut
Waage 19 Sebschesen Souchoe Seuichut
  20 Tep-a-chont Ptechout Sepisent
  21 Chont-heri Chontari Senta
Skorpion 22 Sopet-chon-ui Stochneni Sentacer
  23 Schesemu Sesme Tepsisen
  24 Saui-schesemu Sisieme Sentineu
Schütze 25 Here-ua Reouo Eregbuo
  26 Schesemu Sesme Sagon
  27 Konime Komme Chenene
Steinbock 28 Smat Smat Themeso
  29 Srat Sro Epiemu
  30 Saui-srat Isro Omot
Wassermann 31 Tepa-chu Ptian Oro
  32 Achui Aeu Cratero
  33 Tep-a-baui Ptebuou Tepis
Fische 34 Baui Abiou Acha
  35 Chont-heri Chontare Tepibui
  36 Tep-a-baui Ptibiou Uiu



Die der griechischen und lateinischen Liste zugrunde liegenden ägyptischen Dekan-Namen sind noch recht gut zu erkennen, wenn auch, besonders bei der lateinsichen Liste, die Namen schon stark verfälscht erscheinen. Der Dekan Chont-heri taucht gleich dreimal auf. Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass hier ein und derselbe Dekan dreimal vertreten ist. Es kann auch auf Probleme bei der Überlieferung zurückzuführen sein. In der alten ägyptischen Sprache gibt es zwei verschiedene Ch-Laute und zwei verschiede H-Laute. Diese Feinheiten können natürlich im Laufe der Zeit bei der Überlieferung untergehen. Dies gilt insbesondere, wenn man berücksichtigt, dass die ursprüngliche Bedeutung der alten ägyptischen Dekannamen zur Zeit der Enstehung der o.a. Listen teilweise bereits nicht mehr bekannt war.

Die Reihenfolge der Dekane in den altägyptischen Dekanlisten ist zwar nicht ganz eindeutig, aber dennoch hilfreich, denn kann man erst mal ein oder zwei Dekane mit einiger Sicherheit einem Dekanat (Abschnitt von 10°) eines Tierkreiszeichens zuordnen, so wird es möglich, auch die restlichen Zuordnungen anzugeben.

Ob die obigen Zuordnungen völlig richtig sind, ist nicht sicher. Der Dekan Sirius (Sopdet) wird hier dem ersten Dekanat des Krebses zugeordnet. Sirus ist aber auch der Stern des altägyptischen Neujahrstages. Jeder Dekan war im Laufe eines Jahres für eine Zeitraum von 70 Tagen nicht am Himmel zu sehen. Das erstmalige Wiedererscheinen des Sirius kurz vor Sonnenaufgang (heliakischer Frühaufgang) fiel ungefähr mit dem Beginn der für das alte Ägypten lebensnotwendigen jährlichen Nilüberschwemmung zusammen. Mit diesem Tag begann deshalb auch das neue Jahr. Da bis zum Bau des Assuanstaudammes die Nilüberschwemmung noch bis in die Neuzeit jedes Jahr stattgefunden hat, wissen wir heute, daß der altägyptische Neujahrstag nach unserem Kalender wahrscheinlich um den 19.07. gelegen hat.

Leider ist nicht bekannt, welches Kriterium ausschlaggebend war für die Zuordnung eines Dekans zu einem Tierkreiszeichen: der Zeitpunkt seiner Herrschaft oder seine Nähe zu einem Teil eines Tierkreiszeichens. Sollte ersteres ausschlaggebend gewesen sein, dann wäre der Sirius nicht dem ersten, sondern dem dritten Dekanat des Krebses zuzuordnen, da es doch sehr wahrscheinlich ist, daß der Dekan Sirus zur Zeit des heliakischen Frühaufgangs des Sirius herrschte. Wenn aber letzteres für die Zuordnung bestimmend war, dann wäre das Sternbild Orion ganz den Zwillingen zuzuordnen und Sirius, der ja im Sternbild Canis Major dem Orion am Himmel folgt, würde zum ersten Dekanat des Krebses gehören, wie es in den alten Listen angegeben ist.

Auch die alten ägyptischen Dekanherrscher traten im Laufe der Zeit immer mehr in den Hintergrund und wurden schließlich durch die Planeten ersetzt. Allerdings kann auch nicht völlig ausgeschlossen werden, dass möglicherweise bereits die alten Ägypter die Planeten und/oder bestimmte Fixsterne als Dekanherrscher ansahen. Schließlich waren die Planeten auch im Alten Ägypten bekannt und wurden Gottheiten zugeordnet und alle Planetengottheiten befinden sich unter den altägyptischen Dekanherrschern. Außerdem wurden die Horussöhne den vier Himmelsrichtungen und manchmal bestimmten Fixsternen zugeordnet und der Fixstern Sirius galt als Stern der Isis.

Die Zuordnung der Planeten zu den Dekanen nach der chaldäischen Planetenreihe ist weitaus älter, als die heute allgemein übliche Zuordnung. Ihr Ursprung, sowie die Begründung für die jeweilige Zuordnung verliert sich im Dunkel der Geschichte. Die heutige Zuordnung der Planeten als Herrscher der Dekane beruht auf Systematik. Danach wird der erste Dekan eines Zeichens vom Zeichenherrscher selbst beherrscht, der zweite Dekant vom Herrscher des nächst folgenden Zeichens des gleichen Elements und der dritte Dekan dann vom Zeichenherrscher des darauf folgenden Zeichens des selben Elements.

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