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Tarotbegriffe

Tarot

1. Übergeordneter Begriff für die Kunst des Kartenlegens mit dem Tarot,
2. Bezeichnung für ein Deck von Tarotkarten.

Tarotdeck

Bezeichnung für ein Deck von Tarotkarten und insofern gleichbedeutend mit Tarot.

Das Tarot - Der Tarot

Es ist im Grunde genommen egal, ob man "das Tarot" oder "der Tarot" sagt. Ursprünglich richtig ist "der Tarot". Inzwischen hat sich aber immer mehr der neutrale Artikel durchgesetzt, so dass man heute meist "das Tarot" sagt.

Arkana

Das Wort bedeutet "Geheimnisse". Die Einzahl ist "Arkanum". Im Tarot wird jedoch der Begriff "Arkana" häufig auch für eine einzelne Karte benutzt, weil die Bedeutung einer jeden Karten immer vielschichtig ist.

Große Arkana

Fachausdruck für die Hauptkarten des Tarots. Ursprünglich wurden diese Karten als "Trümpfe" bezeichnet.

Kleine Arkana

Fachausdruck für alle die Karten des Tarots, die nicht zu den Großen Arkana zählen.

Hofkarten

Hierbei handelt es sich um die Karten Bube, Ritter, Königin und König. Die Hofkarten zählen faktisch zu den Kleinen Arkana.

Tarotstruktur

Jedes Tarot besteht aus insgesamt 78 Karten: den 22 Großen Arkana und den 56 Kleinen Arkana.

Die Großen Arkana sind von 0 - 21 durchnummeriert, wobei die Nummerierung mit römischen Ziffern erfolgt. Außerdem hat jede Karte der Großen Arkana eine eigene Bezeichnung, wie zum Beispiel "Der Magier" oder "Der Hohepriester".

Die Kleinen Arkana sind in vier Sätze unterteilt, die jeweils einem der vier archaischen Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde zugeordnet sind. Jeder dieser Sätze besteht aus 10 Zahlenkarten und 4 Hofkarten. Zu den Hofkarten siehe oben. Die Zahlenkarten sind von Ass (= 1) bis 10 durchnummeriert. Für die Nummerierung werden arabische Ziffern verwendet.

Für jedes der vier archaischen Elemente gibt es ein bestimmtes Symbol. Das Feuer wird durch Stäbe symbolisiert, das Wasser wird durch Kelche symbolisiert, die Luft wird durch Schwerter symbolisiert und die Erde wird durch Pentakel symbolisiert. Man spricht also beispielsweise von der "Sieben der Kelche", wenn man die siebte Zahlenkarte meint, die dem Element Wasser zugeordnet ist, oder von der Königin der Stäbe, wenn man die Hofkarte "Königin" aus dem Satz der Stäbe meint.

Elementsymbole

Das traditionelle Elementsymbol für das Feuer ist der Stab.
Das traditionelle Elementsymbol für das Wasser ist der Kelch.
Das traditionelle Elementsymbol für die Luft ist das Schwert.
Das traditionelle Elementsymbol für die Erde ist das Pentakel oder die Scheibe oder die Münze.

Grundbedeutungen

Jede Karte hat eine bestimmte Grundbedeutung, die man sich zuerst einprägen sollte. Doch die Bedeutung einer Karte kann sehr vielschichtig sein und geht letztendlich weit über die Grundbedeutung hinaus. Anfänger sollten sich in der ersten Zeit jedoch hauptsächlich auf die Grundbedeutungen konzentrieren.

voll bebildert

Tarots, bei denen sich auch auf den Zahlenkarten der Kleinen Arkana Bildszenen befinden, bezeichnet man als voll bebildert. Im Gegensatz dazu stehen die Tarots, welche auf den Zahlenkarten der Kleinen Arkana nur ihr jeweiliges Elementsymbol in entsprechender Anzahl zeigen.

Rider Waite und Crowley

Das Rider Waite Tarot und das Crowley Tarot (auch Thoth Tarot genannt) sind heute die Tarots, welche heute am häufigsten benutzt werden. Daneben gibt es aber auch noch einige hundert andere Tarots.

Zu Crowley und Rider Waite siehe auch in der Tarotgeschichte, Teil 5, sowie unter Who's who (Crowley, Pamela Colman Smith)

Rider-Waite-Tradition

Das Tarot, welches von Pamela Colman-Smith unter Anleitung von A.E. Waite gemalt und im Jahre 1909 herausgegeben wurde, setzte einen bis heute gültigen Standard in Bezug auf Kartensymbolik, Kartendarstellungen und Kartenbezeichnungen. Man spricht von der Rider-Waite-Tradition. Sowohl Pamela Colman Smith, als auch A.E. Waite waren Mitglieder im Golden Dawn und die Tarotlehre dieses Geheimordens ist auch im Rider Waite Tarot präsent. Vieles geht aber auf alte Vorbilder zurück. Das Rider Waite Tarot war allerdings das erste Tarot der Neuzeit, bei dem die Zahlenkarten der Kleinen Arkana voll bebildert waren. Das Vorbild hierfür soll das Sola Busca Tarot aus dem 15. Jahrhundert gewesen sein, welches vor dem Rider Waite das einzige Tarot in der Tarotgeschichte war, bei welchem die Zahlenkarten der Kleinen Arkana voll bebildert waren.

Marseiller Tradition

Hierbei handelt es sich um Tarots, bei denen die Zahlenkarten der Kleinen Arkana nicht voll bebildert sind und statt dessen nur ihr jeweiliges Elementsymbol in entsprechender Anzahl zeigen. Diese Tradition ist die ältere Tradition. Vor dem Rider Waite Tarot gab es nur Tarots nach der Marseiller Tradition, benannt nach dem Tarot de Marseille. Einzige Ausnahme ist das Sola Busca Tarot aus dem 15. Jahrhundert.

Etteilla-Tarots

Eteilla lebte im 18. Jahrhundert und war zu seiner Zeit eine Berühmtheit. Er schrieb die ersten Bücher über das Kartenlegen und gilt als der erste professionelle Kartenleger der Geschichte. Etteilla kreierte auch seine eigenen Karten. Er änderte die Reihenfolge der Großen Arkana des Tarots, benannte einige neu und nummerierte alle Karten von 1 - 78 durch. Auf diese Weise veränderte er die Tarotstruktur. Diese sogenannten Etteilla-Tarots und Etteilla-Karten (Petit Etteilla) waren damals sehr beliebt. Angeblich soll die berühmte Marie Anne Lenormand ein Etteilla-Tarot verwendet haben. Nachdem Etteilla von seinen Kollegen des 19. und 20. Jahrhunderts mehr oder weniger diffamiert wurde, sind seine Karten beinahe in Vergessenheit geraten und werden heute nur noch von ganz wenigen Kartenlegern verwendet.

Zu Etteilla siehe auch unter Who's who.

Tarots nach Paul Christian

Paul Christian vertrat eigene Ansichten über das Tarot. Angeblich soll er während seiner Zeit als Bibliothekar in Paris auf alte Bücher und okkulte Schriften aus Klosterbeständen gestoßen sein, die während der französischen Revolution beschlagnahmt worden waren und aus denen er sein Wissen bezog. Auf Paul Christian geht die Bezeichnung "Arkana" zurück. Ähnlich, wie vor ihm Etteilla, änderte er die Bezeichnungen der Großen Arkana und nummerierte die Karten ebenfalls durch, was eine Veränderung der traditionellen Tarotstruktur zur Folge hatte. Tarots nach dem System von Paul Christian werden heute kaum noch verwendet.

Deutungsstichworte

Auf manchen Tarots sind Deutungsstichworte aufgedruckt (meist auf dem unteren oder oberen Kartenrand). Der Wert dieser Deutungsstichworte ist umstritten, da sie die vielschichtigen Kartenbedeutungen auf einen einzigen Begriff reduzieren. Insbesondere Anfänger lassen sich häufig zu stark von diesen Deutungsstichworten beeinflussen, wodurch die Gefahr besteht, dass sie sich der vollständigen Bedeutung der Karten nicht richtig bewusst werden. Anfänger sollten sich daher immer wieder klar machen, dass ein Deutungsstichwort nur einen rudimentären Teil der Kartenbedeutung wiedergibt.

Traditionelle Kartenbezeichnungen

Als traditionelle Kartenbezeichnungen werden die Bezeichnungen betrachtet, die sozusagen seit alters her verwendet werden und die sich auch im Tarot de Marseille und im Rider Waite finden. Unter den traditionellen Bezeichnungen gibt es geringfügige Varianten. So kann zum Beispiel der Hierophant auch als Hohepriester bezeichnet werden, der Herrscher als Kaiser, die Hohepriesterin als Päpstin, der Eremit als Einsiedler, etc. Bei den Kleinen Arkana findet man manchmal als Symbol für die Karten des Elements Erde statt der Bezeichnung "Pentakel", die Bezeichnungen "Scheiben" oder "Münzen" (s. auch Elementsymbole). Einen Unterschied macht dies jedoch nicht.

Crowley änderte in seinem Tarot die Bezeichnungen der Hofkarten um, indem er eine Prinzessin einführte und den König entfernte. Es gelten folgende Gleichsetzungen:

Traditionell Crowley
Bube Prinzessin
Ritter Prinz
Königin Königin
König Ritter
Individuelle Kartenbezeichnungen

Bei manchen Tarots wurden die Bezeichnungen der Großen Arkana und/oder die Elementsymbole verändert. Dies kommt besonders häufig bei themenbezogenen Tarots vor und dient dazu die Kartenbezeichnungen dem Kontext des jeweiligen Themas anzupassen. Einen Unterschied bei der grundlegenden Bedeutung der Karten macht dies jedoch nicht.

Siehe auch unter "Themenbezogene Tarots".

VIII/XI-Kontroverse

A.E. Waite vertauschte im Rider Waite Tarot die Positionen der beiden Großen Arkana "Gerechtigkeit" und "Kraft". Eigentlich ist "Gerechtigkeit" die VIII. (8.) Große Arkana und "Kraft" die XI. (11.) Große Arkana. Waite vertauschte die beiden Karten, so dass im Rider Waite Tarot "Gerechtigkeit" die 11. Große Arkana und "Kraft" die 8. Große Arkana ist. Viele Tarotautoren folgten ihm seither. Andere wiederum lehnen die Vertauschung ab. Das Thema wird bis heute kontrovers behandelt. Letztendlich ist es eine Glaubens- bzw. Überzeugungssache.

Astrologische Zuordnungen

Jeder Tarotkarte ist eine astrologische Eigenschaft zugeordnet, welche die Bedeutung der jeweiligen Karte unterstreicht. Die Meinungen darüber, welche astrologische Eigenschaft zu welcher Karte gehört gehen jedoch etwas auseinander und einige Tarotautoren haben inzwischen ihre eigenen astrologischen Zuordnungen getroffen. Viele Tarotisten beziehen die astrologischen Zuordnungen aber auch gar nicht mit ein.

Die wichtigsten traditionellen Zuordnungen sind hier unter "Tarot und Astrologie" nachzulesen.

Anfänger sollten die astrologischen Zuordnungen erst einmal beiseite lassen, es sei denn, sie kennen sich bereits gut in der Astrologie aus.

Hebräische Buchstaben

Seit dem 19. Jahrhundert wird jeder Karte der 22 Großen Arkana einer der 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets zugeordnet. Damals nahmen einige bekannte Tarotisten und Tarotforscher an, dass ein Zusammenhang zwischen der Kabbala und dem Tarot bestünde. Dies konnte jedoch nie bewiesen werden. In manchen Tarots sind diese Buchstaben auch auf den Karten aufgedruckt.

Anfänger sollten die kabbalistischen Zusammenhänge erst einmal beiseite lassen, es sei denn, sie verfügen bereits über kabbalistisches und/oder numerologisches Wissen.

Runen

Auch die nordisch-germanischen Runen werden mit den 22 Großen Arkana des Tarots in Verbindung gebracht, finden sich jedoch seltener auf den Karten aufgedruckt, als die hebräischen Buchstaben. Auch hier gilt, dass Anfänger die Runen erst einmal beiseite lassen sollten, es sei denn, sie kennen sich gut in der Runenkunde aus.

Legesysteme

...auch Legebilder, Legeschema, etc. genannt. Beim Kartenlegen werden die Karten nach einem bestimmten Legesystem ausgelegt. Jeder Position in einem solchen Legesystem kommt dabei eine bestimmte Bedeutung zu (z.B. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Hindernis, Unterstützung, etc.). Es gibt viele verschiedene Legesysteme. Einige davon haben eine sehr alte Tradition. Andere stammen aus neuerer Zeit. Es gibt unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Daher sind nicht alle Legesysteme für Anfänger geeignet. Das am häufigsten verwendete Legesystem ist das klassische Keltische Kreuz.

Divinatorisches Tarot

Hierbei handelt es sich nicht um ein bestimmtes Tarotdeck, sondern um die Kunst des Wahrsagens mit Hilfe der Tarotkarten. Das Wort "Divination" bedeutet soviel, wie "Wahrsagen".

Esoterisches Tarot

Seit Court de Gébelins ausführlichen Arbeiten über das Tarot spricht man vom esoterischen Tarot (im Gegensatz zum rein divinatorischen Tarot). Beim esoterischen Tarotkartenlegen geht es nicht so sehr um Divination, sondern um die Erforschung des Selbst, Meditation, assoziatives Denken und Brainstorming.

Zu Court de Gébelin siehe auch unter Waite, Crowley & Co.

Themenbezogene Tarots

Es gibt heute zahlreiche Tarots, die auf einem speziellen Thema basieren. Das kann z.B. eine bestimmte Kultur (Kelten, Ägypten, etc.) sein, ein bestimmter Glaube (z.B. Wicca), oder eine bestimmte Stadt und ihre Geschichte (z.B. Tarot of Prague) oder ganz einfach Tiere und vieles mehr. Manchmal wurden bei themenbezogenen Tarots die traditionellen Kartenbezeichnungen abgeändert, um diese dem Kontext des jeweiligen Themas anzupassen. Viele solcher themenbezogenen Tarots werden auch als Tarotset angeboten.

Tarotset

Hierunter versteht man ein Tarotdeck, welches zusammen mit einem - mehr oder weniger - ausführlichen Anleitungsbuch verkauft wird. Bei themenbezogenen Tarots finden sich in solchen Büchern auch häufig die notwendigen Hintergrundinformationen zu dem jeweiligen Thema.

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