Bilderschlüssel Tarot - Pictorial Key Tarot Kommentar zu diesem Tarot
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Verlag und Copyright ©:  Lo Scarabeo, Italien -  Verlag Königsfurt-Urania
Abbildungen mit Genehmigung des Verlages.

Bei diesem Tarot handelt es sich um einen fotobasierten Rider-Waite-Klon, der nach A.E. Waite's Buch "Der Bilderschlüssel zum Tarot" benannt wurde. Nun ist das ja mit fotobasierten Tarots so eine Sache. Die einen lieben sie, die anderen verdammen sie. Fotobasierte Tarots können sehr lebendig wirken. Die moderne Computertechnik eröffnet zudem Möglichkeiten, die aus so einem Deck eine Welt entstehen lassen kann, welche irgendwo zwischen der realen Welt und einer fantastisch anmutenden Tarotwelt zu liegen scheint. Fotos, die ja naturgemäss tatsächlich existierende Menschen und Orte zeigen werden mit Hilfe des Computers in eine Art Fantasy-Reich transferiert, wobei der reale Mensch aber in der Regel als solcher erkenntlich bleibt.  Ganz so neu ist das jedoch nicht. Schon immer hat es hin und wieder Tarots gegeben, bei denen die Künstler reale Menschen als Model verwendet haben und sich auch bemühten, deren Gesichtszüge möglichst authentisch im Bild wiederzugeben. Doch gerade das Auftauchen real existierender Menschen auf Tarotkarten stört in der Regel die Gegner des fotobasierten Tarots. Tarotbilder haben reinen Symbolcharakter.  Sie zeigen Symbole, bzw. symbolische Szenen. Natürlich verlieren Symbole nicht ihren Symbolcharakter, wenn sie fotografiert, anstatt gemalt werden. Fotobasierte Karten, die beispielsweise Tiere, bestimmte symbolträchtige Orte oder symbolische Gegenstände zeigen, sind daher vollkommen unbedenklich. Doch mit Menschen ist das etwas anderes. Real existierende Menschen, die man nicht kennt, denen man aber theoretisch irgendwo einmal begegnen könnte, sind nur schwer als Symboldarsteller zu akzeptieren. Eine Ausnahme bilden hier nur prominente Persönlichkeiten der Zeitgeschichte, die ja aufgrund ihrer Taten oder gewisser Eigenschaften durchaus Symbolcharakter haben können. Man stelle sich nur einmal vor, man würde plötzlich dem Engel der Karte "Mässigkeit" gegenüber stehen und müßte feststellen, dass es sich um einen Bankangestellten, einen Schuhverkäufer oder einen Finanzbeamten handelt.  Da geht dann gar nichts mehr. Und so unwahrscheinlich eine solche Begegnung auch sein mag, die Vorstellung allein, dass sie möglich wäre, genügt vielen, um fotobasierte Tarots, die real existierende Menschen zeigen, abzulehnen.

Manchmal aber ist ein solch fotobasiertes Tarot so gut gemacht, dass die Tatsache, dass hier real existierende Personen zu sehen sind, kaum noch stört, ja nicht einmal großartig auffällt. Ein solches Tarot ist - mit ein paar Einschränkungen - das Bilderschlüssel Tarot.  In der Gestaltung und farblichen Aufmachung erinnert es etwas an das Gilded Tarot. Im Unterschied zu diesem, sind die Personen auf den Bildern des Bilderschlüssel Tarots jedoch häufiger so gestaltet, dass sie weniger "real-menschlich" wirken, sondern eher an Figuren aus Computer-Animationen erinnern. Das würde es - um das wichtigste Argument der Gegner der fotobasierten Tarots aufzunehmen - immerhin ziemlich erschweren, einen der Protagonisten dieses Tarots plötzlich im Supermarkt hinter der Fleischtheke wieder zu erkennen. Auf der anderen Seite ist es allerdings so, dass man innerhalb des Tarots etwas wiedererkennen kann, nämlich ein und dieselbe Figur auf zwei verschiedenen Karten. So treffen wir z.B. den Engel der Mässigkeit auch auf der Karte der Kraft and. Offensichtlich wurden einige Models mehr als einmal verwendet. Für diejenigen, die schon immer eine Beziehung zwischen den betroffenen Karten gesehen haben, ist das natürlich super, für alle anderen eher störend bis verwirrend. Ein weitere Nachteil ist das Fehlen wichtiger Symbole, bzw. symbolischer Details auf einigen Karten. So fehlt z.B. auf der Karte des Narren der kleine Hund. Der Tod reitet nicht auf einem weißen Pferd - eines der zentralen Symbole dieser Karte - sondern sitzt auf einem Thron und auf der Zehn der Schwerter fehlt der Horizont, um nur ein paar zu nennen. Auf der anderen Seite aber wurden hier und da Symbole hinzugefügt, bzw. ersetzt, welche die Bedeutung der Karte gut verdeutlichen. Als Beispiel sei hier der Mond genannt. Auf dieser Karte sehen wir anstelle des Krebses einen riesigen Kraken mit gefährlich großen und spitzen Zähnen.

Zusammenfassend kann man das Bilderschlüssel Tarot als ein eindrucksvolles Deck bezeichnen. Rider-Waite-Fans, die einmal eine Abwechslung suchen, ohne auf die gewohnte Rider-Waite-Symbolik verzichten zu müssen, sind hier sicherlich gut bedient, selbst, wenn sie von fotobasierten Tarots nicht so begeistert sein sollten. Auch für Anfänger ist dieses Deck geeignet. Für Sammler ist das Bilderschlüssel Tarot natürlich geradezu ein Muß. 

Siehe auch: Gilded Tarot
                     Vision Tarot

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