Runen raunen rechten Rat Kommentar zu diesen Karten
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Verlag und Copyright ©:  Verlag Silberschnur
Abbildungen mit Genehmigung des Verlages.

Diese im Grunde genommen eigentlich recht schönen Runenkarten haben allerdings, meiner Meinung nach, einen etwas unglücklich gewählten Titel bekommen. Die Formulierung "...raunen rechten" Rat kann man ja auch sehr leicht doppeldeutig verstehen. Schließlich verbinden wir im Deutschen damit ja nicht nur die Bedeutung "...flüstern uns den richtigen Rat ein", sondern auch eine politische Richtung und im Zusammenhang mit Runen drängt sich das letztgenannte fast schon auf. Ich gehe davon aus, dass diese begriffliche Verknüpfung weder von der Autorin, noch vom Verlag beabsichtigt war. Das macht die Sache aber nicht besser.

Die Karten selbst sind Fotokarten. Jede Karte zeigt ein stimmungsvolles Bild, auf welches mittig eine großformatige Rune des Futhark-Runenalphabets aufgedruckt ist (das "th" in "Futhark" wird ausgesprochen wie das englische "th", also nicht "Futark", sondern in etwa "Fussark").

Das Futhark ist die älteste bekannte vollständige Runenreihe. Die Runen sind vermutlich im ersten Jahrhundert v.Chr. entstanden. Wahrscheinlich ist damals ein germanischer Stamm - um welchen es sich dabei gehandelt haben könnte, ist strittig - in Norditalien mit dem Alphabet der Etrusker in Kontakt gekommen und hat aus diesen Zeichen die Runen entwickelt, welche im Laufe der Jahrhunderte noch einige Änderungen, sowohl in Gestalt, als auch in Anzahl erfuhren. Als älteste Runenreihe gilt jedoch, wie bereits gesagt, das Futhark.

Die Etrusker galten seit jeher als geheimnisvolles Volk, welches angeblich über magisches Wissen verfügen sollte. So hatten z.B. die Römer eine tief sitzende Furcht vor den etruskischen Strigae (Hexen). Bis heute konnte die Forschung nicht mit Sicherheit ausmachen, woher die Etrusker ursprünglich kamen. Da erscheint es geradezu folgerichtig, dass auch den vermutlich aus dem etruskischen Alphabet hervorgegangenen Runen etwas magisches anhaftet. Von Anfang an scheinen Sie bei den Germanen denn auch hauptsächlich zu kultischen Zwecken benutzt worden zu sein. Erst in zweiter Linie stand dann die Verwendung der Runen als reine Schriftzeichen, wobei man allerdings sagen muss, dass zur damaligen Zeit jeder, der die Kunst des Schreibens und Lesens beherrschte, als eine Art Magier betrachtet wurde.

Die Runenkunde verbreitete sich in der Folgezeit von einem Stamm zum nächsten, bis sich die Runen schließlich über ein recht großes Gebiet ausgebreitet hatten. Nicht nur die germanischen Stämme verfügten über Runenwissen, sondern auch die mit den Germanen eng verwandten nordischen Stämme des heutigen Dänemark, Schweden und Norwegen benutzten die Runen. Mit dem Einfall germanischer Stämme auf die britischen Inseln wurden die Runen auch dorthin getragen. Es bestehen jedoch leichte Unterschiede zwischen den Runen der einzelnen Verbreitungsgebiete. Die Runen sind somit eine der ältesten nachweislich existierenden Wahrsagemethoden. In den zurückliegenden Jahren haben sie eine zunehmende Renaissance erfahren und so langsam lösen sie sich auch von ihrem fatalen Ruf, der ihnen aufgrund des Missbrauchs durch die Nazis immer noch anhaftet.        


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