Goldenes Botticelli Tarot

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Atanas A. Atanassov * Pietro Alligo zurück zur Tarotsammlung
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Sandro Botticelli wurde als Alessandro di Mariano Filipepi vermutlich am 01.03.1445 in Florenz geboren. Zu seinen Lebzeiten war er lange Zeit das, was man heute als einen Star bezeichnen würde. Allerdings wurde sein Ruhm in späterer Zeit von seinen Zeitgenossen Leonardo da Vinci und Michelangelo Buonarotti überstrahlt, weshalb er im Laufe der Jahrhunderte zwischenzeitlich beinahe in Vergessenheit geriet. Erst im 19. Jahrhundert erlangte er allmählich wieder die volle Aufmerksamkeit der Kunstszene. Heute zählen seine Bilder zu den wertvollsten Werken der Kunstgeschichte. Seine "Geburt der Venus", die auch auf der Kartenbox des Botticelli Tarots abgebildet ist, hat heute beinahe den selben Bekanntheitsgrad erreicht, wie da Vincis Mona Lisa. Wer hat nicht schon einmal den Ausdruck gehört "...so schön wie die Venus von Botticelli..."?

Natürlich findet sich Botticellis berühmtestes Gemälde nicht nur auf der Kartenbox, sondern auch im Botticelli Tarot selbst wieder. Die Geburt der Venus begegnet uns auf der 21. Großen Arkana, der Welt und die aus dem gleichen Gemälde stammende Szene des Zephir, der die Göttin der Morgenröte trägt, findet sich - passenderweise - auf der Karte der Liebenden. Natürlich ist die Geburt der Venus nicht das einzige berühmte Botticelli-Gemälde, das in diesem Tarot zu finden ist. Jede einzelne Kartendarstellung geht auf eine Bildszene aus einem von Botticellis Werken zurück. Der in Italien lebende bulgarische Maler Atanas A. Atanassov, der schon eine ganze Reihe Künstlertarots für den italienischen Verlag Lo Scarabeo geschaffen hat, ist auch der Künstler, der in beeindruckender Weise und ganz im Stil Botticellis die Kartenbilder zu diesem Tarot gemalt hat. Teilweise sind die Darstellungen im Vergleich zu Botticellis Originalen etwas verändert worden um die symbolische Bedeutung zu unterstützten. Aus dem selben Grunde wurden manchmal auch einige Elemente aus Botticelli-Gemälden szenisch neu zusammengesetzt. Immer aber lässt sich recht gut ausmachen, welches von Botticellis Werken als Vorbild für das Kartenbild gedient hat. Beispielsweise finden wir Botticellis Heiligen Sebastian einmal auf der Acht der Schwerter und ein weiteres Mal auf der Karte des Gehängten, hier aber umgekehrt und seine Haare hängen, ganz den physikalischen Gesetzen folgend, vom Kopf herab. Der Kopf des Narren stammt aus der Bestrafung der Leviter und der kleine weiße Hund zu seinen Füßen ist der zweiten Episode des Gastmahls des Nastagio degli Onesti entnommen. Insbesondere für die Interpretation der Karten interessant sind die Darstellungen auf den Karten Tod und Zehn der Schwerter. Auf der Karte "Der Tod" sehen wir die zentrale Darstellung aus der Beweinung Christi: Maria, die den toten Jesus auf dem Schoß hält. Im Originalbild befindet sich links davon eine Frau, die Jesus' Fuß hält. Diese Szene finden wir auf der Zehn der Schwerter, wodurch eine innere Verbindung zwischen diesen beiden Karten geschaffen wird.

Fast komplett ist das Gemälde "Primavera" (Frühling) vertreten. Die zentrale Darstellung, wiederum Venus, ist - leicht abgewandelt - auf der Karte der Mäßigkeit zu sehen (Bild unten links) und die drei Grazien kann man auf der Karte des Sterns entdecken (Bild ganz oben links). Die Göttin Flora befindet sich auf der Drei der Stäbe (Bild oben rechts), der schwebende Amor auf der Acht der Stäbe (Bild rechts) und Zephir, der Chloris nachstellt, auf der Sieben der Kelche (Bild links). Nur Merkur, der sich im Original ganz links im Bild befindet, fehlt.

Symbolisch sehr interessant ist auch die Gestaltung des Kartenbildes auf der Vier der Schwerter. Hier finden wir die Nackte Wahrheit aus dem Gemälde "Die Verleumdung des Apelles" wieder. Sehr schön ist auch die Wahl der Darstellung auf der Acht der Pentakel. Es handelt sich um den Schmied Eligius aus dem Gemälde "Das Wunder von St. Eligius" (Bild unten rechts).

Leider ist hier nicht der Platz, um alle Karten dieses wunderschönen Tarots zu besprechen, mit dem Atanas Atanassov ein kleines Kunstwerk gelungen ist. Man muss nicht unbedingt ein Botticelli-Liebhaber, ja nicht einmal ein Kunstliebhaber sein, um sich mit diesem Deck anzufreunden.  Nicht nur die Goldauflage auf den Karten (die bei den in der Tarotsammlung gezeigten Beispielbildern leider nicht so gut zur Geltung kommt) sind eine Augenweide, auch die Darstellungen selbst sind sehr lebendig und sprechen oft eine eigene Sprache. Natürlich darf man, wegen der engen Bindung an die Werke Botticellis, keine traditionelle Tarotsymbolik nach Rider Waite erwarten. Dieses Deck verfügt über eine ganz eigene Art der symbolischen Darstellung, die sich über die Kartenbilder als solche und über die Thematik der zugrunde liegenden Werke Botticellis entdecken lässt. 

Sandro Botticellis geistige Heimat war lange Jahre der Humanismus, was sich in seinen Bildern aus dieser Zeit deutlich zeigt. Seine allegorischen Darstellungen mythischer Themen sind voller Heiterkeit und Fantasie. Auch seine religiösen Bilder strahlen Lebendigkeit aus. All dies endete jedoch mit dem Tode seines Gönners Lorenzo de Medici im Jahre 1492. Botticelli geriet unter den Einfluss des fanatischen Mönchs Girolamo Savonarola. Heute würde man wahrscheinlich sagen, dass er einem Guru verfallen war. Savonarola, der hinter jeglicher Form der Freude bereits Teufelswerk vermutete, verhalf durch seinen geistigen Einfluss  den bei Botticelli zu dieser Zeit vermutlich bereits latent vorhandenen depressiven Neigungen zum Durchbruch. Bilder in der Art, wie Botticelli sie früher gemalt hatte, wurden von Savonarola öffentlich verbrannt. Angeblich soll sogar Botticelli selbst einige seiner Bilder verbrannt haben. Es ist nicht bekannt, wie viele seiner Werke dadurch für immer verloren gingen. 

Botticelli malte fortan bis zu seinem Tod im Jahre 1510 nur noch religiös bestimmte Bilder. Dem fanatischen Savonarola soll er auch nach dessen Hinrichtung im Jahre 1498 treugeblieben sein.     

 

Das Goldene Botticelli Tarot kann man direkt beim Verlag Königsfurt-Urania online bestellen. Natürlich ist es auch in den Esoterik-Abteilungen im Buchhandel und im Esoterik-Fachhandel erhältlich.

Weitere der hier beschriebenen Kartenbilder sind in der Tarotsammlung zu sehen.

Copryright © 2007 des Goldenen Botticelli Tarots by Lo Scarabeo, Turin