Ursprünglich war das Golden Tarot ein rein virtuelles Tarot. Kat Black, seine Schöpferin, hatte es eigentlich aus Freude an der Kunst als virtuelles Deck geschaffen und auf ihrer Homepage ins Internet gestellt. Eine Veröffentlichung als reales Tarot war gar nicht beabsichtigt. Im Internet gewannen die wunderschönen Bilder des Golden Tarot schnell Freunde und da der Tarotist und Tarotsammler, der ein schönes Deck nicht auch irgendwann in den Händen halten möchte, noch nicht geboren wurde, machte sich bald der Wunsch nach einem realen Golden Tarot bemerkbar. Judy S. Tillinger, eine Künstlerin und Expertin für mittelalterliche Kunst startete eine regelrechte Kampagne und bemühte sich darum, Kontakte zwischen Kat und einigen Verlagen herzustellen. So wurde Stuart R. Kaplan, der wohl weltweit größte Experte für die Tarotkunst der Renaissance, auf das Deck aufmerksam. Von der virtuellen Version des Golden Tarot bis zur Veröffentlichung des realen Decks war es aber noch ein arbeitsamer Weg. Die ursprüngliche Version wurde überarbeitet und insbesondere in Bezug auf die Symbolik verbessert. Was dabei herausgekommen ist, ist ein wirklich wunderschönes mittelalterliches Tarot, dessen Symbolik sich eng am Rider Waite Tarot orientiert und daher sowohl für Anfänger, als auch für Fortgeschrittene geeignet ist. Für Sammler ist das Deck ein Muss.

Im Jahre 2003 war es dann soweit. Das Golden Tarot erschien als reales Tarotdeck bei U.S. Games Systems, war aber anfangs nur im englischsprachigen Raum erhältlich. Seit 2005 gibt es das Golden Tarot auch in Deutschland, allerdings bisher nur in der englischen Originalversion. Das sollte jedoch kein Hindernis sein, denn die Bilder sprechen für sich. Durch die enge symbolische Anlehnung an Rider Waite ist das Erkennen der einzelnen Karten außerdem auch leicht ohne deutsche Kartenbezeichnungen möglich.  

Alle Kartenbilder des Golden Tarot sind Collagen aus Kunstwerken des späten Mittelalters und der frühen Renaissance. Dem Deck liegt ein kleines Buch bei, in dem zu jeder Karte die Kartenbedeutung erklärt wird. Außerdem wird für jede einzelne Karte angegeben, aus welchen Kunstwerken das jeweilige Kartenbild entstanden ist, inklusive des Ortes, an dem sich dieses Kunstwerk heute befindet. Dieser Teil des Buches ist fast genauso umfangreich, wie der Deutungsteil, denn die Kartenbilder  sind aus teilweise recht vielen einzelnen Teilen entstanden. Jedes noch so kleine Teil ist penibel aufgeführt. Beispielsweise stammt jedes der vier Elementsymbole auf dem Tisch des Magiers von einem anderen Kunstwerk. Insgesamt setzt sich die Karte des Magiers aus 10 verschiedenen Kunstwerken zusammen. 

Als Beispiel für die minutiöse Arbeit der Kartenbilder sei hier die Karte Drei der Münzen angeführt. Das Kircheninnere stammt von dem Freskenzyklus "Szenen aus dem Leben des hl. Martin - Die wundersame Messe des hl. Martin" des italienischen Malers Simone Martini (geb. zw. 1280/85, gest. 1344), welches sich in der Martinskapelle in Assisi befindet. Die drei Frauen, die Leiter und der Körper des Handwerkers stammen aus den Monatsfresko "März - Triumpf der Minerva" des italienischen Malers Francesco del Cossa (ca. 1435 - 1477), welches sich im Palazzo Schifanoia in Ferrara befindet, der Kopf und die Hände des Handwerkers stammen aus dem Freskenzyklus "Szenen aus dem Leben des hl.  Franziskus" des italienischen Malers Benozzo Gozzoli (ca. 1420 - 1497). Dieser Freskenzyklus befindet sich heute im Museum Pinacoteca di San Francesco, Montefalco.  Der Mönch ist der hl. Augustinus aus dem Triptychon des seligen hl. Augustinus Novellus von Simone Martini, heute in der Pinakothek in Siena. Der Hammer stammt aus dem Altarretabel "Der hl. Georg" des spanischen Malers Andrés Marzal de Sax (genaue Daten nicht bekannt, von 1393 - 1410 in Valencia tätig), das sich heute im Victoria und Albert Museum in London befindet. Die Bodenfliesen stammen aus dem "Wunder des entweihten Pferdes" des italienischen Malers Paulo Uccello (1397 - 1475), heute in der Galleria Nazionale delle Marche in Urbino und die kunstvolle Verzierung der Decke stammt aus der Geburt Mariens des italienischen Malers Pietro Lorenzetti (ca. 1280 - 1348), heute im Museo dell' Opera del Duomo in Siena.