Bayless Tarot  -  Teil 1

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Katharina Jarosz * Laura Bayless
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Bei diesem Tarot handelt es sich um eine Ausgabe aus dem Area Verlag. Das Deck wird als Set mit Buch angeboten. Ich bin über dieses Tarot beim Besuch einer Buchhandlung "gestolpert". Nachdem ich mir die Karten des Ansichtsexemplars kurz durchgesehen hatte, habe ich mir eine Ausgabe gegriffen und bin damit zur Kasse.

Dieses Tarot hat mir auf Anhieb gefallen. Zwar bin ich sonst kein allzu großer Fan von Tarots nach der Marseiller Tradition, d.h. Tarots, bei denen die Zahlenkarten der kleinen Arkana nicht bebildert sind, aber bei diesem Deck mache ich eine Ausnahme. Die Kartenbilder sind wunderschön und sehr aussagekräftig. Selbst die Bilder auf den Zahlenkarten der kleinen Arkana, die hier ja eigentlich nur das jeweilige Element-symbol in entsprechender Anzahl zeigen, sind noch echte Hingucker. Die Figuren, die auf den Großen Arkana und den Hofkarten zu sehen sind, scheinen Elben zu sein. Einige erinnern an die Elben aus dem Herrn der Ringe. 

Da sitzt der alte König der Pentakel auf seinem Thron und lächelt den Betrachter gütig an, wobei seine Kleidung nicht unbedingt königlich ist. Er trägt eine braune Hose, nicht gerade massgeschneidert, und ein blaues Hemd. Sein Halstuch ist eher lässig geschlungen, er ist barfuss und seine Krone scheint leicht in die Stirn gerutscht. Ein Typ, zu dem man  Vertrauen fassen kann.  Anders die Königin der Schwerter. Hier haben wir eindeutig eine ältere Lady vor uns. Vornehm und streng sitzt sie auf ihrem eisigen Thron und schaut den Betrachter an. Sie hat kleine Flügel, wie aus Stahl. Diese Frau strahlt Kühle und Beherrschung aus. Unwahrscheinlich, daß sie sich jemals von ihren Gefühlen überwältigen lässt. Die Herrscherin wiederum vermittelt den Eindruck, daß sie ihren Gefühlen genügend Raum lässt, wie auch der Vogel und die beiden Schmetterlinge auf der Karte symbolisch andeuten. Die junge Frau auf dem goldenen Thron wirkt sanft, fast durchscheinend und gleichzeitig entschlossen. Ihr männliches Gegenstück, der Herrscher, ist dagegen ein ganz anderes Kaliber.

Im Elbenreich dieses Tarots gibt es auch Wesen mit Tierköpfen. Der Herrscher gehört dazu. Er ist ein Mann mit dem Kopf eines Widders und roten Augen. In voller Rüstung sitzt er in der typischen Herrscherhaltung auf seinem Thron und bei seinem Anblick schwankt man zwischen Furcht und Respekt. Dieser Herrscher wirkt streng und autoritär. Er hat Macht und scheint das auch zu wissen. Sein Widderkopf deutet auf Vitalität und eine gewisse Impulsivität hin, die jedoch von seiner Selbstdisziplin beherrscht wird. Die nach unten gedrehten Widderhörner sind die Hörner des Amon-Widders, des Symboltieres des altägyptischen Götterkönigs. Seine Rüstung ist jedoch nicht ganz geschlossen. Er ist also auch verletzlich. 

Jede Figur in dieses Tarots zeigt einen ganz eigenen Charakter. So erscheint der Wagenlenker auf der Karte des Wagens als grimmig dreinblickendes Wesen mit einem halb menschlichen, halb dämonischen Kopf. Sein Wagen wird von einer schwarzen und einer weißen Ziege gezogen, befindet sich aber nicht in Bewegung. Dieser Wagenlenker strahlt Kraft und Kampfbereitschaft aus. Mit der Rechten hält er die Zügel fest in der Hand. In der Linken hält er  einen Stab, der demjenigen des Magiers in diesem Tarot ähnelt und so den Wagen mit dem Magier verbindet. Dieser Kämpfer beherrscht seine Kraft mit seinem Willen. Das ist niemand, der schnell aufgibt.