Mit dem RoniTarot der Berliner Künstlerin Ronit Hartmann liegt ein aussergewöhnliches Tarotdeck vor, an welchem Freunde ausgefallener Künstlertarots ihre Freude haben werden. Die klassische Rider-Waite-Symbolik wurde mit den Mitteln des künstlerischen Designs in unsere moderne Welt des 21. Jahrhunderts transferiert. Hier finden wir z.B. eine Herrscherin, die eine Brille trägt oder einen Hierophanten, der niemals Gefahr laufen wird, mit einem Priester der traditionellen Kirche verwechselt zu werden. 
 
Gleichzeitig finden wir uns mit dem RoniTarot in einer Fantasiewelt ausserhalb der Zeit wieder. Einige der Figuren scheinen direkt der Zeit der Hippies entsprungen zu sein, andere, wie z.B. der Eremit erinnern an einen jungen, keltischen Druiden. Es gibt einiges auf den Karten zu entdecken, was auf den ersten Blick nicht sofort zu erkennen ist. Da sitzt eine moderne, junge Hohepriesterin, wie in der traditionellen Tarotdarstellung üblich, zwischen den Säulen des salomonischen Tempels, die hier jedoch nur durch die Buchstaben B und J symbolisiert werden. Der Tempel selbst ist einer der großen Tempel aus dem Alten Ägypten. Um die Hohepriesterin herum sind hebräische und lateinische Schriftzeichen und auf den Tempelsäulen Hieroglyphen zu erkennen. Auf ihrer Brust sieht man ein Kreuz in einer Umrahmung, die an ein Messer erinnert. Diese Hohepriesterin schaut uns nicht an. Ihr Blick ist auf etwas ausserhalb des Kartenbildes gerichtet, das der Betrachter nicht sehen kann. Ganz der Tradition entsprechend sehen wir auch hier eine Mondsichel zu Füssen der Hohepriesterin. Die Mondhörner jedoch scheinen aus ihren hochfrisierten Haaren zu erwachsen, die in der Mitte der Hörner einen Spiraltunnel bilden.

Oder der Herrscher: auch auf dieser Karte finden wir Buchstaben und es lohnt sich, einmal genauer hinzuschauen, was denn dort steht. Der Herrscher selbst ist ein junger Mann in weisser Kleidung mit einer Art kurzem Flammenumhang. Er sitzt auf einem Thron, der im Nichts zu schweben scheint. Sein Szepter ist ein Ankh, das Lebenszeichen des Alten Ägypten, welches auch gleichzeitig das Symbol der Venus und des Weiblichen ist. Die Krone des Herrschers scheint viel zu groß für ihn zu sein. Es ist die gleiche Krone, die wir auch auf der Karte des Turms wiederfinden, welcher übrigens gleichzeitig an ein altes Schloss und den Turm zu Babel erinnert...

Einige traditionell männliche Figuren sind auf den Karten des RoniTarot weiblich. So haben wir einen weiblichen Narren, einen weiblichen Magier, einen weiblichen Wagenlenker und einen weiblichen Teufel. Dadurch erfährt dieses Tarot zwar eine weibliche Betonung, ist aber weit davon entfernt ein feministisches Deck zu sein.

Das RoniTarot ist ein sogenanntes Arkana-Tarot, d.h., es besteht nur aus den 22 Großen Arkana. Alle Karten tragen die traditionellen Kartenbezeichnungen. Das Deck kommt als Set zusammen mit einem Begleitheft, in welchem jede einzelne Karte erklärt und ihre Deutungsaspekte dargelegt werden. Außerdem ist dem Set ein Tarottuch mit einem speziellen Legemuster beigelegt. Dieses ist eine weitere Besonderheit des RoniTarots. Das für fünf Karten ausgelegte Legesystem ist neu und wird im Begleitheft gut erklärt. Neu ist auch, dass zwei Karten in ihrer Gewichtung über die anderen gestellt werden, wodurch eine Art eigenständiges Tarot-Deutungsspiel entsteht.

 

 

Das RoniTarot gilt als vergriffen. Evtl. kann man beim Arun Verlag noch ein Exemplar bekommen.

Weitere Kartenbilder sind in der Tarotsammlung zu sehen. 

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