Ancient Egyptian Tarot  -  Teil 1
Tarot des Alten Ägypten

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Dieses Tarotdeck aus England zählt inzwischen zu den begehrten Sammlerstücken. Leider gilt es als völlig vergriffen und man muss schon Glück haben, um noch ein Exemplar zu bekommen. Gelegentlich gibt es private Angebote bei Amazon, für die man allerdings dann auch recht tief in die Tasche greifen muss. Die erste Ausgabe aus dem Jahre 1994 wird bereits im dreistelligen Eurobereich gehandelt. Preislich günstiger sind dagegen die beiden nachfolgenden Editionen. Insgesamt gab es drei Ausgaben. Die Erstausgabe erschien 1994 bei Thorsons. Eine zweite Ausgabe wurde 2002 von Element Books herausgegeben und die dritte und bisher letzte Ausgabe stammt von HarperCollins. Diese Ausgabe wurde im selben Jahr auch in spanischer Sprache von EDAF S.A. publiziert. In deutscher Sprache ist dieses Tarot bisher nicht erschienen. Die hier gezeigten Karten stammen aus der spanischen Edition aus dem Jahre 2003. 

Es kommt natürlich nicht ganz von ungefähr, dass dieses Deck so begehrt ist. Das Ancient Egyptian Tarot von Clive Barrett zählt zu den schönsten altägyptischen Tarots. Alle 78 Karten sind voll bebildert und zeigen - insbesondere auf den Zahlenkarten der Kleinen Arkana - teilweise recht lebhafte Bildszenen. Anders, als bei den meisten altägyptischen Tarots hat der Künstler hier auf eine Bebilderung im Stil altägyptischer Malerei verzichtet. Die Darstellungen wirken wie aus dem Leben gegriffen und sind sehr detailreich, aber nicht überladen. Bei der Interpretation während einer Legung scheinen sie auf subtile Weise über eine eigenen Dynamik zu verfügen. Die Symbolik der Bildszenen basiert weitgehend auf der Rider-Waite-Tradition, ohne jedoch mit den Rider-Waite-Darstellungen identisch zu sein. Alle Karten tragen die traditionellen Kartenbezeichnungen. Die Reihenfolge der Großen Arkana folgt der Rider-Waite-Reihenfolge, was bedeutet, dass die Kraft die 8. und die Gerechtigkeit die 11. Große Arkana ist. Mit der Bezeichnung der Hofkarten als Prinzessinnen, Prinzen, Königinnen und Königen  folgt der Autor allerdings - mit Ausnahme der Könige - den durch Crowley eingeführten Titeln. Die Karten selbst sind etwas größer als üblich. Die Maße der Karten richten sich nach dem sogenannten Goldenen Schnitt, der auch als "stetige Teilung" oder "göttliche Teilung" bezeichnet wird. Er gilt in der Kunst und der Architektur als ideale Proportion für Ästhetik und Harmonie. 

Dieses Tarot wird in der Regel nur als Set mit Buch angeboten. Das Buch ist recht ausführlich und gut verständlich geschrieben. Auch wer sich noch nie mit der Geschichte und der Mythologie des Alten Ägypten beschäftigt hat, kann daher mit seiner Hilfe problemlos mit diesem Tarot arbeiten. Selbst Anfänger dürften hier kaum Schwierigkeiten haben. Jede Karte wird sowohl in Bezug auf die verwendete Darstellung und die damit verbundene Symbolik, als auch in ihrer divinatorischen Bedeutung ausführlich erklärt. Außerdem wird für jede Karte die astrologische Zuordnung angegeben. Bei den Großen Arkana findet man zusätzlich noch den gemäß der kabbalistischen Tarottradition zu jeder Karte gehörenden hebräischen Buchstaben, sowie die damit verbundene Farbe. Die Farbzuordnungen der Kleinen Arkana sind im Anhang des Buches in tabellarischer Form zu finden. 

Eine weitere Besonderheit ist die Angabe der sogenannten geheimen Kartentitel der Großen Arkana. Diese entstammen den Tarotlehren des Golden Dawn. Für die Kleinen Arkana, die über keine derartigen Titel verfügen, sind statt dessen Deutungsstichworte angegeben. Da sich diese Angaben, sowie die astrologischen und kabbalistischen Zuordnungen jedoch nur im Buch und nicht auf den Karten selbst befinden, wirken sie auch nicht störend für diejenigen, die bezüglich der Kartenbedeutungen abweichende Auffassungen haben oder bei der Interpretation gewöhnlich nicht auf astrologische und/oder kabbalistische Deutungsebenen zurückgreifen oder diese sogar ablehnen. Es kann sozusagen jeder auf seine Fasson glücklich werden.